Nach drei Tagen krank sein und ausruhen hielt ich es am Mittwoch nicht mehr aus. Ich überschätzte meine Kräfte und vergaß innezuhalten und mir die nötige Ruhe zu geben. Stattdessen stand ich nach einer kurzen verschnupften Nacht früh auf, sprang an der Rezeption ein, holte Unterrichtsstoff nach, wusch Handwäsche, telefonierte, half jedem der mich um einen Gefallen bat, nahm an Besprechungen teil, organisierte vor mich hin – und merkte erst, dass ich Mist gebaut hatte als meine Stimme ins Nirvana verschwand und meine Mitbewohnerinnen plötzlich mit erhobenem Zeigefinger, „Ich hab dir doch gesagt, dass du dich ausruhen musst!“ und gezückten Medizintäschchen neben meinem Bett auftauchten. Wo ich gefühlt gerade dabei war meiner Stimme zu folgen…

Jetzt trinke ich Lindenblüten-Ingwer-Zitronen Tee auf Anordnung des Kochs aus einem Bierglas und streite mich ein wenig mit mir selbst. (Ist ja sonst niemand da, den man für diesen Zustand verantwortlich machen kann.) Darüber welche Lektionen ich aus meinem gestrigen Verhalten ziehen kann.

Spätestens wenn ich dabei versuche tiefer in den Sinn einzutauchen, wird mein Körper ganz schläfrig und leise Alarmglocken versuchen sich daran zu erinnern, was meine türkische Mitbewohnerin mir da – mit Zustimmung von Miss Ungarn aus dem Bett gegenüber – zum Schlucken verabreicht hatte

….An dieser Stelle musste ich das Schreiben für einige Stunden abbrechen….

Eine Lehre wird es mir hoffentlich gewesen sein und nächstes Mal achte ich besser auf mich, so dass ich keine Medizin brauche um mich „ruhig zustellen“. Ansonsten bilden sich trotz des ausgedehnten Mittagsschlaf keine zusammenhängenden weisen Gedanken in mir.

Also werde ich mich jetzt wohl wieder in meine Kissen kuscheln und darauf hoffen, das Morgen neue Frische und baldige Arbeitsfähigkeit mit sich bringt.

Vielleicht ein wenig darüber nachdenken, wie schön es ist, dass Miss Ungarn hier im Zimmer arbeitet damit ich nicht allein bin oder das man wenn man im Sommer krank ist, wenigstens offene Fenster und frische Luft haben kann oder darüber dass ich letztes Jahr um diese Zeit liebend gerne mein verletztes Knie gegen eine Grippe getauscht hätte…

Liebste Grüße,
Marlies

P.S. An dieser Stelle nehme ich gerne Hörbuchempfehlungen (Spotify) entgegen.

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