Vor einem Jahr…

Schwer zu glauben, dass ich vor einem Jahr um diese Zeit alles daran gesetzt hatte meinen Führerschein zu bestehen (zwei Versuche).

Alles war bereits erledigt, alle Besorgungen getätigt, alles hing von diesem einen Punkt auf meiner Bevor-ich-abreise-Liste ab.

Und dann mit dem bestandenen Wisch in der Hand, buchte ich als erstes Bus und Flug nach Sizilien. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht mal einen host gefunden, was mir im Nachhinein und in Gesprächen mit anderen workawayern unglaublich naiv vorkam.

Funktioniert hat es allerdings trotzdem. Anfängerglück kann man es nennen. Ich dachte damals ich könne nur einen host gleichzeitig anschreiben und hab mich – Stufe zwei der Naivität – für jemand ohne Feedback und mit unscharfen Bildern entschieden.

Wenigstens bestand ich auf ein Skypegespräch. Das sehr gut lief. Ein Missverständnis und einen verschobenen Flug später landete ich schließlich in meinem Abenteuer. (Nachzulesen in meinen ersten Beiträgen hier – so süß!)

Und hätte mich damals jemand gefragt wo ich heute sein würde, dann hätte ich alle Länder der Welt aufgezählt – nur nicht Deutschland.

Erst recht nicht Brandenburg.

Während es für viele eine Horrorvorstellung ist, nicht zu wissen wo sie in einem Jahr leben werden, ist es für mich mittlerweile das normalste und dennoch aufregendste der Welt.

Eine meiner Schwestern nennt mich „tiefenentspannt was die Zukunft angeht“.

Siebzig Prozent der Zeit bin ich das.

Für mich ist Sicherheit eine Illusion. Die ein Mietvertrag oder eine Anstellung zwar aufrecht erhalten können, die aber trotzdem nur eine Illusion bleibt.

Manchmal brauche ich diese Illusion um mich sicher zu fühlen und um runterfahren zu können.

Aber ich weiß, dass die Sicherheit, die mir wirklich Halt gibt, wenn alle Illusion sich auflöst nur in mir gefunden werden kann.

In mir, in meinen Fähigkeiten, in meinem Glauben, in meinem Erfahrungsschatz, in all dem was mir niemand nehmen kann.

Und auch, wenn ich mich in meinem Leben noch oft von meiner Angst einschränken und fesseln lasse, so gibt es doch diesen zarten immer stärker werdenden Keim des Vertrauens.

Des tiefen Vertrauens, in eine Macht, die größer ist als ich, die mich liebt, mich beschützt, mein Bestes will und mit der zusammen ich mein Leben gestalte.

Hand in Hand.

Und ich weiß, wenn ich mich nur in die Richtung meiner Träume lehne, dann breitet sich der Weg vor mir aus.

Mit dieser Überzeugung fing ich meine Reise an.

Und heute stehe ich mitten auf diesem Weg und sehe immer noch nicht weiter als meine Zehenspitzen in die Zukunft, während sich der ein oder andere Traum bereits manifestiert hat.

Es ist wie es ist. Ich liebe es, auch wenn es mir Angst macht.

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