Entscheidungsprozess, Neuigkeiten & die Träumerin

Mittlerweile ist es über ein Jahr her, dass ich meine Schulanmeldung für die Fachoberschule zurückzog und stattdessen begann, Vollzeitschülerin des Lebens zu werden. Das ganze war ein mehrmonatiger Entscheidungsprozess, der auch damit noch nicht beendet war.

Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich nicht zur herkömmlichen Schule zurückkehren würde. Dafür hatte ich mich zu viel mit effektivem Lernen, Schulkonzepten, alternativen Meinungen, dem Sinn meines Lebens und der Kostbarkeit meiner Zeit beschäftigt. Mit einer Sicherheit, die mich selbst überraschte, wusste ich, dass zwei bis drei Jahre Fachoberschule mich kaputt machen würden.
Die Option, mein Abitur auf anderen Wegen zu erwerben, hielt ich mir offen.

(Dies wäre zum Beispiel durch ein Fernstudium innerhalb von ein bis drei Jahren je nach Arbeitsaufwand pro Woche möglich.)

Zu lange war mir das Abitur wie ein Statussymbol und die Eintrittskarte zu meinen Zielen vorgekommen. Ich entschied mich dazu, meiner inneren Stimme zu folgen und erst einmal auf eine offenes-Ende-alles-ist-möglich Reise zu gehen.

Trotzdem lies mir das Thema Abitur keine Ruhe. Gespräche mit Anderen führten mich häufig an diese Unsicherheit heran. „Irgendwann musst du dann aber schon was machen“ und „ohne richtigen Abschluss erreicht man nichts.“ Manche Sätze geisterten wochenlang in mir und zeigten ganz deutlich, welche unfreiwillig angenommenen Vorstellungen von Erfolg ich noch mit mir rumtrug.

Dadurch lernte ich, dass die Reaktionen meines Gegenübers mehr über ihn aussagen als über mich.

Und dass meine Reaktionen auf mein Gegenüber mehr über mich aussagen als über ihn!

Heute bin ich dankbar für diese Gespräche, denn jedes hat mir „Baustellen“ aufgezeigt und mich letztendlich dazu gebracht, sicherer in meinen Lebensentscheidungen zu sein.

Noch letzten Juli (2018), als ich ungeplant nach DE zurückkam und das Gefühl hatte, im letzten Jahr nur versagt und nichts erreicht zu haben, war ich kurz davor einen Probemonat an einer Fernschule zu beginnen. Das war ein letztes Aufbegehren alter Werte.

Ich fragte mich, was hinter diesem Wunsch stand und erkannte zum einen den Wunsch nach neuem Wissen, das ich mir strukturiert aneignen kann – ich liebe es zu lernen!

Und – das war der größte Anteil – der Wunsch dieses Statussymbol zu haben, auf die Frage „was machst du?“ eine alle befriedigende Antwort geben und beim Schwimmen mit dem Strom ausruhen zu können.

(In meinem Inneren war es ein bisschen als würden Eltern ihr Kind eine Zeit lang rumprobieren lassen. Ich durfte mir alle möglichen Fernlehrgänge ansehen und in Erwägung ziehen, während meine innere Stimme alias Eltern, die ganze Zeit wussten, dass sich jeder dieser Lehrgänge vom Abitur bis zur Entspannungstrainerin wie ein schaler Kompromiss anfühlen und nicht das richtige sein würden. )

Als ich die wahren Motive hinter meinem persönlichen Abiwunsch erkannte ließ ich ihn endlich ziehen und folgte weiter meinem Bauchgefühl.

(Es geht nicht darum, dass ein Abitur etc. Perse schlecht ist – sondern, dass ich erkannt habe, dass es nicht das richtige für MICH ist.)

Heute bin ich glücklich wie nie zuvor mit den Entscheidungen, die ich für mein Leben traf und jeden Tag aufs Neue treffe.

Einige Posts zuvor (30. September) schrieb ich, dass ich mich auf einen Traum von mir beworben hatte. Noch nicht erzählt habe ich, dass ich angenommen wurde. Und jetzt online an dem Traumkurs zum Coach, Trainer und Redner nach der Canfield Methodik teilnehme.

Wenn Du mich sehen könntest, dann wüsstest Du, wie viel Freude mir dieser Kurs bereitet. Ich strahle, wenn ich davon erzähle.

Ich arbeite auf den Tag hin, an dem jeder eine positive Grundstimmung hat, sein Leben liebt und mit einem Strahlen von seiner Berufung erzählt.

Ein erfülltes und lebendiges Leben lebt, in dem seine Talente die Welt neu gestalten.

Habe ich meine Berufung gefunden? Ich weiß es nicht. Alles was ich weiß, ist die Richtung in die ich gehen muss und dass ich leide, wenn ich mich von ihr abwende.

Während der Visionsschmiede letztes Wochenende gab es eine Übung, in der ich die Rolle der Träumerin einnehmen und meine Vision mit der Gruppe teilen sollte.

Minuten vorher schien mein Traum unklarer den je.

Ich stand da und hatte keinen Skript, keinen Plan, von dem was ich erzählen wollte. Ich vertraute, wie so oft darauf, dass genau die richtigen Worte aus mir sprechen würden. Ich bat darum, zu sagen, was gesagt werden muss.

Erst zögerlich fing ich an. Fühlte mich mit jeder Sekunde wohler im Rampenlicht, mit der Möglichkeit in der Hand, meine Wahrheit zu sprechen.

Und als ich zu sprechen anfing, sprachen lang verstummte Marliesen.

Da war die 8-Jährige Marlies, die sich berufen fühlt, die Umweltprobleme der Welt in den Griff zu bekommen.

Da war die 10-Jährige Marlies, die eine Umweltschutz AG gründet.

Da war die 13-Jährige Marlies, die auf Antiatomkraftdemos geht und an der Ignoranz der Welt verzweifelt.

Da war die Marlies, die sich schwört nie ihre Verantwortung abzugeben und an einem Stammtisch brütend über die Welt zu fluchen.

Da war die 17-Jährige Marlies, die den Wunsch trägt essentielles Wissen über das Leben und die wahre Kraft in jedem von uns in die Welt zu tragen.

Da war ICH wieder. Konnte wieder freier atmen.

High von dem Gefühl, wieder die Marlies zu sein, die über die Jahre verstummte und anfing, den verlorenen Träumern zu glauben, dass sie klein und unbedeutend sei, ihre Vision unerreichbar und die Welt lange schon verloren.

Da sind Feuer und Leidenschaft.

Ich spreche wieder davon, die Welt im großen Stil Stück für Stück zu verändern. Gemeinsam zu gestalten.

Ich träume laut vom Unterrichten.

Unterrichten was wirklich zählt.

Gelebte Weisheit und wahrhaftige Liebe.

Doch neben der Träumerin lebt die Kritikerin. Sie flüstert mir zu, wie komisch und klein ich doch sei, viel zu jung und unerfahren. Schleichend versucht sie, wieder eine Decke über alles zu werfen.

Sie hat nicht mit der Realistin gerechnet und schon gar nicht mit Unterstützung von außen. Zusammen mit den anderen Teilnehmern gelingt es mir, meine Träume aus einem realistischen Blickwinkel zu betrachten.

Und hell yeah! Ich freu mich wahnsinnig darauf, sie einen nach dem anderen zu verwirklichen!

Es ist Zeit unser Potential auszupacken!

Marlies

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