Wie ich herausfand was ich will & wie DU es auch kannst

Seit zwei Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv damit, was ich möchte, was mein Lebensinn ist – sein soll, was mir wirklich wichtig ist und was das alles zu bedeuten hat. Ausgelöst, wie so vieles, während meines Auslandsjahres.

Bis dahin glaubte ich zu wissen, was ich wollte und sah als einzigen Weg drei Jahre Fachoberschule für ein Abitur, meine Eintrittskarte zum Studium.

Ein Jahr außerhalb meiner Komfortzone im ruhigen Nordfinnland änderte alles für mich. So ein Auslandsjahr bringt eine Menge Reflektieren und Umdenken mit sich – wenn man dafür offen ist. Man sieht so viele verschiedene Lebenswege und überlegt automatisch, ob man auch so leben möchte.

Die neue Welt veranlasste mich zu fragen, was ich wirklich will. Das war der erste Schritt. Dann hörte ich zu und schrieb mit. Das war der zweite Schritt.

Ich weiß, dass man ihn gerne vergisst.

Wichtig war hierbei, dass ich meine Wünsche und Träume nicht zensierte. Sie ohne Grenzen aus mir herauskommen ließ.

„If you limit your choices only to what seems possible or reasonable, you disconnect yourself from what you truly want, and all that is left is a compromise“

– Robert Fritz

Ich erkannte, dass mein Lebensplan ein Kompromiss war. Jeder Studiengang der mir zusagte, war ein Kompromiss. Sieben weitere Jahre, in welchen das ein Hobby bleiben sollte, was mir wirklich wichtig ist?

Ich erinnerte mich an all die universellen Gesetze, von denen ich mit 14 zum ersten Mal gelesen hatte und die ich seither ausprobierte und lernte zu verstehen. Alles ist möglich. Einzig unser Glaube beschränkt uns.

„Was immer der menschliche Geist sich vorstellen und woran immer er glauben kann, das kann er auch vollbringen!“

– Napoleon Hill

Ich nahm mir die Zeit, den Grundstein für mein restliches Leben zu legen. Von meiner ganzen Lebenszeit ein so kleiner Ausschnitt, aber mit der Macht, die Richtung vorzugeben.

In Jack Canfields Meisterwerk “How to get from where you are to where you want to be” fand ich die Hilfestellung, die ich brauchte.

Auf die Empfehlungen im Buch fertigte ich drei Listen à 30 Punkten an.

1. Liste: Was möchte ich haben?

2. Liste: Was/Wer möchte ich sein?

3. Liste: Was möchte ich machen?

Scheint erstmal abwegig, aber die „Auflockerungsübung“ war dringend nötig.

Herausfinden, was man will, ist ein Prozess. Etwas, das ich auch nach zwei Jahren noch nicht abgeschlossen habe und wohl auch so schnell nicht abschließen werde. Umso mehr ich mich und das Leben kennenlerne, umso mehr ändern sich die Details von „was ich will“.

Doch nun kannte ich meine Werte und aus ihnen skizzierte ich das Grundgerüst. Weil ich mir die Zeit nahm. Weil ich mein Leben und den Unterschied, den jedes Leben macht, als wichtig genug erachte. Weil ich finde, unser Leben verdient genau jetzt Liebe und Aufmerksamkeit – ja, auch um zu dem zu wachsen, was man Traum nennt. Und obwohl ich kein Architekt bin, hört sich das nach einem guten Start, zum Bau meines Traumlebens an.

Es ist nicht notwendig, sofort alle Antworten auf „Was will ich?“/„Wozu bin ich hier?“/„Was sind meine Werte?“ zu erhalten. Aber sobald wir anfangen zu fragen und zuzuhören, können wir erste Entscheidungen treffen, die dem entsprechen.

Wir haben erkannt, dass unsere Gesundheit uns wichtig ist, also entscheiden wir uns bewusst für die Treppe statt den Aufzug. Eine kleine Veränderung, aber ein wichtiger Schritt. Wir beginnen das Leben, das wir wollen.

„Its the soul‘s duty to be loyal to its own desires. It must abandon itself to its master passion.“

– Dame Rebecca West

Außerdem fertigte ich eine Liste mit 101 Lebenszielen an. Alles was ich erreichen oder erleben möchte. Alle Kontinente bereisen, mit Delphinen schwimmen, einen Bestseller schreiben, …. was auch immer man sich eben erträumt. Auch eine Liste, die ich immer wieder erneuere. Teils da ich diese ständig verlege und zum anderen, weil sich meine Wünsche ändern. Unsere Träume dürfen mit uns älter werden.

Später begann ich mein Traumleben so detailliert wie möglich aufzuschreiben. In allen wichtigen Bereichen. Gesundheit, Beziehungen, Spiritualität, Finanzielles, Beitrag für die Welt, Freizeitgestaltung. Auch diese Seiten haben sich bereits mehrfach in ihren Einzelheiten gewandelt. Selbsterkenntnis ist ein Prozess.

Zu diesem Zeitpunkt meinte eine enge Freundin zu mir “Marlies, ich wäre gern so selbstbewusst wie du!”. Ich war verblüfft und erklärte, wie man das eben so macht, warum das nicht stimme. “Doch”, beharrte sie, “du bist selbstbewusst, weil du weißt was du willst – ich weiß es nicht”.

Ich stellte den Timer auf 15 Minuten, gab ihr Papier und Stift, setzte mich ihr gegenüber und begann zu fragen. “Was willst du?“ Ich sagte die nächsten 15 Minuten nichts anderes. Sie begann mit “Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht” und dann – dann erzählte sie und schrieb alles auf. Und ich fragte weiter.

Als die Zeit um war, hatte sie einiges über sich selbst erfahren, beispielsweise war ihr klar geworden, dass sie nach der Schule gerne der Armee beitreten würde. Anschließend leitete ich sie dazu an, die drei obengenannten Listen zu schreiben – und auch hier verfehlte die Übung ihren Erfolg nicht. Sie sagte nicht noch einmal “Ich weiß nicht was ich will” zu mir.

Ich glaube der größte Erfolg, unserer kleinen „Coachingsitzung“ lag darin, dass sie sich überhaupt Zeit und Mut nahm, sich mit ihren Wünschen zu beschäftigen.

In letzter Zeit begegnen mir häufig Menschen, die dabei sind, zu erkennen, was sie wollen und ihren eigenen Weg zu finden.

Sie erzählen mir von ihren Strategien und ich ihnen von den meinen. Verschiedene Menschen, verschiedene Situationen und die unterschiedlichsten Wege, diese zu bewältigen und doch antworte ich immer das gleiche auf ihre Frage nach meinen: „1. Frage Dich „was will ich?“ hör Dir zu und schreib mit. 2. Komm aus Deiner Wohlfühlzone heraus und lern Dich kennen.“

In der Hoffnung, dass Du etwas für Dich mitnehmen konntest, mit den besten Wünschen für Dich,

Marlies

P.S. Erzähl mir gerne, was Du so über Dich und dein „Wollen“ herausfindest!

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