Wirklichkeit was einst unmöglich schien

Diesen Sonntag träume ich davon Dich mit zwei kleinen Texten zu beglücken. Mir geht es fantastisch und ich bin glücklich wie nie zuvor mit den – teilweise radikalen – Entscheidungen, die ich für mein Leben getroffen habe. Ich wünsche mir, dass die folgenden Texte Dich anregen und unterhalten. Vorhang auf 🙂

Wir sitzen gemeinsam an einem Tisch, teilen unser Essen, lachen über die selben Witze, erzählen von unserer Heimat. Eine Generation zurück hat mein Großvater gegen seinen Urgroßvater gekämpft, ist meine Großmutter vor seiner Nation geflohen. Jetzt sind wir hier. Sprechen von einer grenzenlosen Welt und Freundschaften, die Vorurteile überwinden. Ich gebe ihm Deutschunterricht und er erzählt von seinem Leben zwischen Kanada und Russland.

Er besucht hier Orte, die mit der Geschichte seines Ur- und Großvaters verwoben sind. Im November werden wir gemeinsam die Heimatstadt meiner Großmutter, an der Grenze im heutigen Polen, besuchen.

Ich möchte ihr Elternhaus sehen, die Schauplätze ihrer Jugend und die gleichen Wege spazieren, die sie und mein Großvater vor so vielen Jahren gingen.

Hätten unsere Familien damals gedacht, dass sie all die Schrecken überleben würden? Und dass ihre Enkel einst Freunde sein würden, als wäre es das Normalste auf der Welt?

Schwer vorstellbar.

Und doch ist heute Wirklichkeit, was einst unmöglich schien. Das ist es, was ich mit diesem Text mitgeben möchte. Die Hoffnung und die Zuversicht, dass das, was uns jetzt unmöglich erscheint, vielleicht ganz nah ist. Vielleicht nur darauf wartet, von uns gestaltet zu werden.

Frieden, Eintracht, Versöhnung, Offenheit, Bewusstsein, Gerechtigkeit, Wohlstand, Gesundheit, Glück, Liebe & Erfüllung.

Alles ist möglich. Ich glaube, dass wir diese Worte in die Welt bringen, indem wir sie in unser Leben holen. Indem wir all diese Werte sind. Sie verkörpern.

Friedlichste Grüße,
Marlies

P.S. Ich musste gestern für ein bisschen mehr Frieden und Ruhe in mir sorgen. Alles war durcheinander und ich war super angespannt. In diesem inneren Zustand kann ich keinen Frieden in die Welt tragen. Ich versuche, mein Inneres immer mehr Priorität werden zu lassen. Was mir mal besser, mal schlechter gelingt. Gestern hat es mit inne halten, bewusst atmen und Sonnenschein funktioniert.

Danke @feli_beringer, dass ich meine Worte mit deiner Kunst unterstreichen darf.

Und zum Schluss ein schon etwas länger auf Instagram veröffentlichter Text. Ich finde er passt thematisch gut zum eben gelesenen.

Ich möchte nicht tief in die medizinischen Details eingehen – sie sind nicht wichtig und ich finde meinen Weg hinaus.

Seit ich im Juni wegen einer Knieverletzung nach Deutschland zurück kam, zieht sich der Heilungsprozess. Ich steige an einem Tag auf Berge und am nächsten entscheidet eine Minute darüber, dass ich wieder an ein Bett gefesselt bin.
Ich weiß, dass es nicht für immer so sein wird.

Als es wieder einmal soweit war, las ich abends einige Briefe meiner Großeltern. Ihre Geschichte berührt mich jedes Mal tief und einen Blick darauf erhaschen zu dürfen ist ein Geschenk.

Was sie und so viele Menschen damals wie heute durchstanden/durchstehen rückt meine eigenen gesundheitlichen Herausforderungen (keine Probleme, nur Herausforderungen) in ein anderes Verhältnis.

Worte, die vor 73 Jahren aus Liebe und Vertrauen geschrieben wurden. Als Anker und Geschenk.
Ein Auszug, der mich besonders bewegt hat. Am 08. September 1945 (nach Kriegsende) von meinem Opa an seine große Liebe, meine Oma, gesendet:

„So tragen wir nun, Ruthchen, beide an einem ähnlichen Los, beide heimatlos. Du bist so tapfer. Ich bin so stolz auf Dich. Du hast recht die Hauptsache ist, wir sind gesund. Wohl haben wir alles verloren, sind bettelarm geworden. Aber eines haben wir uns beide bewahrt: Das Gottvertrauen und den Mut zum Leben, mit dem Leben fertig zu werden, und wenn es noch so schwer wird.

Ich bin so froh und glücklich, dass ich mit dir und für dich diesen Kampf aufnehmen darf.“

Meine Hoffnung ist, dass seine Worte vielleicht noch ein anderes Herz berühren.

Alles Liebe,
Marlies

Bis nächsten Sonntag! Danke fürs Lesen und an mich Denken 🙂

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