Von zu hohen Selbstansprüchen und einem „Gegenmittel“

Dass ich an zu hohen Selbstansprüchen und einem Hang zum Perfektionismus leide, weiß ich. Diese langjährige Diagnose einiger Familienmitglieder wurde mir in letzter Zeit auch von externen Quellen bestätigt (von denen kann man es dann ja doch besser annehmen).

Vor ein paar Monaten hat sich die wundervolle Nicol alias @vegan_power_girl die Zeit genommen, mir aus einem ethischen Dilemma herauszuhelfen. VON HERZEN DANKE NOCHMAL!

Unter anderem hat sie mir, genau wie meine Heilpraktikerin gestern, empfohlen, „Sachen extra mal nur halb so gut zu machen“. Mit dem Ziel, das Nervensystem umzuprogrammieren und bewusst zu erfahren, dass die Welt sich auch weiterdreht, wenn ich z.B. nicht 100% fairtrade Kleidung trage oder mein Sportprogramm durchziehe.

Es geht also darum, den Druck raus zu nehmen und die Dinge lockerer zu sehen. Da dieser – in meinem Fall von mir selbst ausgehende Druck – Stress kreiert und damit kontraproduktiv zum eigentlichen Ziel wirkt.

In meinem „4 Jahre vegan – aber nicht perfekt“ Post [Instagram] verkündete ich bereits, kein Fan von Extremen zu sein. Das stimmt zwar so, ist aber bei meinem Unterbewusstsein noch nicht ganz angekommen. Und so stürzen wir uns immer wieder wagemutig in Extreme, folgen nervenaufreibenden selbstauferlegten Regeln – und zerschmettern an zu hochgezogenen Mauern. Dann suchen wir uns einen Mittelweg. Entscheiden uns dafür, dass „einfach machen“ besser klingt als „perfekt machen“ und halbe Sachen zu Ganzen führen.

Bisher befolge ich den Ratschlag „extra halb so gut machen“ eher lausig, aber vielleicht ist ja gerade das eine zweckdienliche Übung 😊

Damit meine ich natürlich nicht, dass ich in allen anderen Lebensbereichen meinen Ansprüchen gerecht werde. Eher gegenteilig. Allerdings versuche ich nun, mir zu erlauben, ihnen NICHT gerecht zu werden. Und zu verinnerlichen, dass das okay ist. Dass es okay ist, nicht von Anfang an alles „richtig“ zu machen.

Der bewusste Teil in mir weiß das, der unbewusste nicht. Deswegen das „extra halb so gut machen“ Training.

Vielleicht erzähl ich in ein paar Monaten mal, was sich so verändert hat. Vielleicht auch erst in ein paar Jahren. Denn auch das wäre absolut okay.

Alles Liebe,

Marlies

Ein Kommentar zu „Von zu hohen Selbstansprüchen und einem „Gegenmittel“

Gib deinen ab

  1. My little overachiever 🙂
    Gut das du dir den Druck raus nimmst. So wahre Worte. Perfekt ist nicht das Ziel. Im Gegenteil, genau das hindert so viele daran etwas zu ändern. Die Angst vorm scheitern – vorm nicht perfekt sein. X Tage/Wochen/Jahre strickt alle Ideale verfolgt und dann eine Abweichung… Dies ist kein Rückschlag wenn du morgen aufsteht und weiter positiv nach vorne siehst.
    Wer zu lange zurück blickt verliert den Überblick nach vorne. Und viel schlimmer. Er verpasst das jetzt.

    Gefällt 1 Person

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