Lagebericht

Danke, dass DU hier bist und vielen Dank für die lieben Nachrichten und Besserungswünsche!

(Muss lachen, weil Lagebericht ein treffendes Wort ist, wenn man liegend berichtet)

Ich saß da, mit meinem Knie auf Kissen hochgebettet und erzählte meiner Freundin (an jenem Wochenende als Pflegerin und Köchin aktiv): „Ich weiß es klingt so verrückt, aber ich freue mich einfach so darüber, dass mir das passiert ist. Ich wollte Vertrauen ins Leben lernen und dem bin ich gerade so nah. Ich weiß genau, egal was der Arzt am Dienstag sagt, ich kann damit umgehen und es wird genau das Richtige für mich sein.“

Seit ich mich vor zwei Wochen „verletzte“, ist schon so unfassbar viel IN MIR passiert. Erst dadurch ist mir klar geworden, wie sehr mich die vier Jahre zurückliegende Geschichte mit meinem anderen Knie noch belastet und wie viel Angst und Frust ich deswegen mit mir rumschleppe. Das zeigte sich zum Beispiel beim ersten Arztbesuch, als ich mich bei dem Wort „Meniskus“ in einen Springbrunnen verwandelte. (Dank Silvia, meiner Übersetzerin und ihrem „das ist nicht die Vergangenheit“-Mantra, versiegten die Tränen bald).

Ein paar Mal kamen mir noch die Tränen, wenn jemand in Bezug auf mich von Meniskus sprach. Doch irgendwann war es keine offene Wunde mehr, die schmerzte und Angst machte, sondern einfach eine Narbe, die da sein darf. Die eine Geschichte erzählt, aber keine Zukunft hat. (Geheimrezept: Hinschauen + Akzeptieren + Loslassen)

Während ich in der Hängematte vor mich hinschaukelte, fühlte ich diese Stärke und Gewissheit in mir, dass ich dem Leben folgen würde, egal wohin es mich führt und das Beste daraus machen würde.

Ich erinnerte mich an ein paar Zeilen, die ich zu Beginn meiner Reise schrieb:

„Ich sagte „sei mein Lehrer“ und zog los. Ich sagte „lehre mich Vertrauen“ und ließ los.“

Im ersten Moment ist eine Verletzung haben, deswegen eine Reise „abbrechen“, Pläne umschmeißen, nach Deutschland zurück kehren „das letzte was ich wollte“.

Aus einem anderen Blickwinkel ist eine alte Wunde heilen, sich wieder mehr auf meine Gesundheit besinnen, WACHSEN und mehr vom Leben lernen, Ruhe und Raum zur Reflektion, Liebe und Gemeinschaft erfahren,… genau das WAS ICH WOLLTE UND WILL!

Manchmal kommen die Dinge eben auf einem anderen Weg zu uns, als wir das im ersten Moment gerne hätten, aber das Schöne ist, dass sie immer genau richtig kommen! Meine Erfahrung 😊

Was meinst Du, was sich alle veränderte, als ich begann dankbar und froh über meine jetzige Situation zu sein. Ich frage mich, wie sich mein Leben verändern würde, wenn ich grundsätzlich davon ausginge, dass alles zu meinem Besten geschieht und ich daher für alles dankbar wäre.

Ein Buch, das mir unglaublich dabei half, die Zeit bis zum Arztbesuch in Deutschland zu genießen und Spaß zu haben, statt in Zukunftssorgen zu verbittern war „JETZT – DIE KRAFT DER GEGENWART“ von Eckhart Tolle. Ich bin noch nicht fertig, aber es ist definitiv eins der besten Bücher Kategorie LEBENSVERÄNDERND, die ich bisher gelesen habe.

Natürlich war ich nicht die ganze Zeit super im Vertrauen und optimistisch. Es gab immer wieder Momente, in denen ich einfach Angst hatte oder mir unsicher war, was das Richtige für meine Gesundheit ist. Aber auch diese Gefühle und Gedanken gehören nun mal dazu und dürfen sein.

Letztendlich verließ ich das Arztzimmer am Dienstag strahlend. Mein Meniskus ist vollkommen in Ordnung. Eine Entzündung/Schwellung/Wasser/whatever unter der Kniescheibe – so genau nahm ich die Diagnose nicht auf, ich war viel zu fokussiert darauf wie es weiter geht. Ungefähr vier Wochen Krankengymnastik und bald bin ich fit wie ein Turnschuh und bereit zur Weiterreise.

Rosen machen alles schöner
Schick mit Krücken unterwegs!

Meine Mission für die nächsten Wochen ist es nicht in „Zeit rumkriegen“ zu verfallen, sondern mein liebstes Eckhart Tolle Zitat zu leben:

„ ACCEPT – THEN ACT. WHATEVER THE PRESENT MOMENT CONTAINS, ACCEPT IT AS IF YOU HAD CHOSEN IT. ALWAYS WORK WITH IT, NOT AGAINST IT. THIS WILL MIRACULOUSLY TRANSFORM YOUR WHOLE LIFE”

Zitate sind nichts als schöne Worte, bis man ihnen Leben einhaucht, indem man sie umsetzt.

Ich hoffe, Du konntest aus meinen letzten drei Wochen etwas mitnehmen! Vielleicht freust Du Dich ja über deine schicken Knie!

Deine Marlies

 

 

 

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