Ein erstes Lebenszeichen

Ciao! Schön, dass Du da bist!

Das Wichtigste zuerst: Mir geht es super! Also bitte keine Sorgen machen.

In diesem Beitrag beantworte ich all die häufig gestellten Fragen, bezüglich meiner ohne-Plan-offenes Ende-alles-ist-möglich Reise. Viel Spaß beim Lesen!

  • Wie es dazu kam (die Kurzfassung)
  • Ein neuer Lebensabschnitt beginnt
  • Was mache ich im Ausland/Wie funktioniert workaway?
  • Wie finanziere ich mein Abenteuer?
  • Wie geht’s weiter, was ist der Plan?

Wie es dazu kam (die Kurzfassung)

Nach einem aufregenden Austauschjahr in Nordfinnland 2016/2017 wagte ich es endlich, meinen Träumen ganz genau zuzuhören und ihren Rufen hinein ins Ungewisse zu folgen. Kurz vor meinem 18. Geburtstag zog ich meine Schulanmeldung für die Fachoberschule zurück. Fortan widmete ich mich dem bisher zu kurz Gekommenen. Den Menschen die mir am Herzen lagen, den Idealen und Projekten denen ich mich verschrieben fühlte, meinem physischen und psychischen Wohlergehen. Es waren Monate, die mir gnadenlos den Spiegel vor hielten und mich zum Lernen und Wachsen zwangen. Ich fand mich und verlor mich innerhalb von Momenten. Fiel und stand auf, nur um wieder zu fallen. Es waren sehr intensive Monate ohne die Ablenkungen eines geregelten Alltags. Ich lernte mich selbst schonungslos kennen, aber auch bewundern für meine Ausdauer, die täglichen Kämpfe mit mir selbst auszufechten.
Ich bin dankbar für diese Monate, denn was sie mir beigebracht haben kann mir keiner nehmen, genauso wie die Beziehungen, die entstanden sind.
Während dieser Zeit bereitete ich mich so gut es mir möglich war auf die Reise vor. Versuchte, so gut es geht die “Spuren der letzten 18 Jahre” aufzuarbeiten und alles Materielle zu reduzieren. Organisierte eine Reiseausrüstung. Und versuchte mein letztes Projekt Führerschein abzuschließen. Als mir das Ende Februar gelang, hielt mich buchstäblich nichts mehr. Noch am selben Tag wurden Busticket nach Berlin und Flugticket nach Catania Fantarossa gebucht. Bald war der Rucksack gepackt, allen Lebewohl gesagt und mit gemischten Gefühlen ging es ab nach Berlin, um Zeit mit besonders lieben Menschen zu verbringen.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Von Berlin Tegel nach Catania Fantarossa. Oder auch von Schneegestöber nach Sonnenschein. Von dort aus mitten ins Herz der Insel. Piazza Armerina eine super historische Stadt mit engen Gässchen und dem Glanz vergangener Imperien.
Auf der Insel angekommen bekam ich übrigens zum ersten Mal kalte Füße – sehr kalte Füße – und einen Schwall von Bedenken und Ängste und “was zur Hölle mach ich hier eigentlich?”-Gedanken.

Ich hatte auch ein paar Probleme mit dem WiFi, das ich aber unbedingt brauchte, um meinen Host zu kontaktieren. Ein Glück, dass Verlass auf meine Intuition war. Sie führte mich zu genau der richtigen jungen Frau, die sich wenige Minuten später als “Problemlöserin” bezeichnete und mich mit ihrem puren Optimismus für die Zeit bis mein Bus kam wieder etwas erdete.

“If at some point you don’t ask yourself, ‘what have I gotten myself into?’, you are not doing it right.” ~Roland Gall~

Was mache ich im Ausland?

Workaway. Arbeit gegen Kost und Logi. Kulturen austauschen und Freundschaften schließen. Wie wäre es damit, in einem rumänischen Waisenhaus zu helfen, auf einem Bio Bauernhof in Frankreich oder in einem Retreatcenter auf Bali?
Die Internetseite funktioniert hierbei wie eine Partnervermittlung der Kulturbegeisterten. Gegen einen kleinen jährlichen Betrag (32€) hat man die Möglichkeit hosts auf der ganzen Welt zu kontaktieren.

Das Profil verrät, wo genau sich der host befindet, welche Art der Hilfe er benötigt, wie viele Stunde und Tage die Woche (wobei hier die Obergrenze bei 25 Stunden die Woche liegt, in der Regel hat man also zwei freie Tage), zu welchem Zeitraum nach Helfern gesucht wird und vieles Weitere.

Die Art der Arbeit kann alles Erdenkliche umfassen. Von Babysitten und Sprachunterricht, Gärtnern und Renovieren, Haussitting und Putzen, Altenpflege und Arbeit mit Tieren ist alles dabei. Auch Fotos der hosts und Feedback der ehemaligen workawayer, geben einen guten Einblick in den möglichen neuen Alltag.

Wenn du noch mehr dazu wissen möchtest, wie workaway funktioniert, dann kannst du mich gerne dazu ausquetschen oder dich auf der Internetseite schlau machen. Es besteht übrigens bereits ohne Profil die Möglichkeit, die host Liste durchzustöbern. Dabei kann man nach Kontinent, Land, Region, Stadt, Art der Arbeit und einigem mehr filtern und auch wahllose Begriffe, wie “vegan” “retreat” “horses” usw. einwerfen.

Ich bin bisher total begeistert von der Seite. Ich liebe die Idee dahinter und welch tolle Projekte auf der ganzen Welt durch Helfer aus der ganzen Welt zum Blühen gebracht werden. Als Reisender kommt man ganz automatisch mit Einheimischen in Kontakt und erhält unbezahlbare Einblicke ins dortige Leben. Nebenbei lernt man eine neue Sprache, erarbeitet sich neue Fähigkeiten und leistet Hilfe! Ich könnte einen sehr langen Aufsatz darüber schreiben, warum das Ganze so wunderschön ist, aber wirf einmal selbst einen Blick auf die Seite und du wirst voll Dankbarkeit für all die Menschen sein, die ihre Türen und Herzen für völlig Fremde öffnen um sich gegenseitig unter die Arme zugreifen. Die letzten Monate über hat es mich immer wieder aus einem Stimmungstief geholt, wenn ich mir die Beschreibungen besonderer Projekte und Orte durchgelesen habe und auch das Feedback der Menschen, die schon dort waren und so viel reicher und dankbarer weitergezogen sind.

Das führt nun zu der Frage, was genau ich denn gerade mache. Hier die Antwort: Ich arbeite seit meiner Ankunft in Piazza Armerina. Drei Stunden vormittags und eine am Nachmittag helfe ich einer alleinerziehenden Mutter mit ihrem Neugeborenen und Renovierungsarbeiten in ihrem Bed and Breakfast.

Ich habe mein eigenes Zimmer mit Bad und einer Küche, die nur von mir genutzt wird. In diesem Fall kauft mein host Lebensmittel für mich ein oder gibt mir Geld zum einkaufen, das ist aber bei jedem workaway anders geregelt (Steht im Profil dabei). Ich habe einen Schlüssel und bin frei zu kommen und zu gehen, wie es mir beliebt. Die Arbeit gefällt mir ungemein gut und es freut mich so, dass ich in den zwei Wochen hier schon so viel Neues gelernt und erfahren habe. Zum Beispiel wie man ein Baby sicher badet, Vorhangstangen anbringt, Glühbirnen auswechselt, wie Ostern hier gefeiert wird und wie Sandwiches mit Pommes schmecken.

Wie finanziere ich mein Abenteuer?

“Arbeitenden Urlaub” zu machen ermöglicht mir, geringe bis gar keine täglichen Ausgaben zu haben, da die größten Kostenfaktoren Essen und Unterkunft wegfallen (Es gibt auch hosts, die einen kleinen Unkostenbeitrag stellen).
Für alles andere greife ich auf meine Ersparnisse zurück, gerne würde ich sagen, dass ich mir die selbst erarbeitet habe. Der Großteil besteht jedoch aus meinem Rest Geburtstagsgeld zur Volljährigkeit, plus einem kleinen eigen verdienten Anteil.
Davon gehen monatliche Fixkosten für Versicherung (Dr. Walter) und Sim Karte ab. Und natürlich alles andere wie Transportkosten, Eintritte, Hygieneartikel, Schokolade, Postkarten usw.
Es wird sich zeigen, wie gut ich damit auskomme. Schön ist, dass ich jederzeit auch bezahlter Arbeit nachgehen kann. Manche hosts bieten an, dass man extra Stunden gegen Bezahlung arbeitet.
Ich möchte mich in keinem Fall von “Geld” oder “keinem Geld” darin stoppen lassen meinen Traum zu leben. Es gibt unzählige Menschen die bewiesen haben, dass es unzählige Wege gibt, auch ohne große Ersparnisse die Welt zu bereisen.
Und damit zu der Frage, wie es weiter geht.

Wie geht’s weiter, was ist der Plan?

Wer weiß? Ich jedenfalls nicht. Ich werde noch eine, vielleicht zwei Wochen in Piazza Armerina weilen und dann weiterziehen. Einerseits fühle ich mich merkwürdig damit, nicht zu wissen wo ich in zwei Wochen sein werde, andererseits frei wie nie zuvor und aufgeregt angesichts der unendlichen Möglichkeiten.

Ich freue mich wahnsinnig, wenn Du mich weiterhin begleitest und mir Deine Zeit schenkst! Danke fürs Lesen!

Deine Marlies

PS. Auf Instagram bin ich um einiges aktiver mit Fotos und kleineren Texten. Falls Dich das anspricht, schau gerne mal vorbei 🙂

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